Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Im EFI des SWWF gab es einen Elektrolichtbogen-ofen, der zur Erforschung neuer Stähle und Technologien eingesetzt wurde. Die Mitglieder des Stahlwerker Traditionsverein Hennigsdorf e.V. retteten diesen vor der Verschrottung und überführten ihn 2002 zusammen mit der zugehörigen Gießausrüstung in das Industriemuseum auf dem Gelände des ehemaligen Siemens-Martin-Werkes im Stahl- und Walzwerk Brandenburg

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Auf dem ersten Bild oben hat man einen Blick in den ehemaligen Leitstand, mit dem Schaltpult zur manuellen Steuerung der Elektroden.
Hier nebenan sieht man die Ausbausituation des Ofens, der auf einer Wiege sitzt, um ihn nach links zum Abstich oder nach rechts zum Abschlacken über die Ofentür zu neigen. Im Hintergrund der Leitstand.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Hier der Blick auf den demontierten Ofen auf die Abstichseite, wo die Abstichrinne vom Ofenkörper bereits herabgenommen wurde.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Der flüssige Stahl wurde zum Vergießen in eine Gießpfanne (Gefäß hier links) durch neigen/kippen des Ofens über die Abstichrinne abgestochen.
Rechts außerhalb an der Gießpfanne erkennt man eine Stopfenstange, mit der sich der Stopfen, der in der Pfanne im flüssigen Stahl zum Verschließen des Ausgusssteins saß, gesteuert werden konnte.
In der MItte des Bildes die Traverse, mit der die Gießpfanne am Kran hing.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Aus der Gießpfanne wurde der flüssige Stahl in Kokillen, hier auf dem Bild zu sehen, gegossen.
Dies konnte entweder durch Oberguss (Stahl wird direkt von oben in die Kokille gegossen) oder Gespannguss (Stahl fließt durch einen Trichter in die Kanäle einer Gespannplatte und steigt dann in der Kokille von unten hoch, verbundene Gefäße) erfolgen.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Hier ganz links schaut eine umgelegte Kokille ins Bild.
Rechts daneben liegt ein Gießtrichter, der zum Gießen auf der rechts im Bild zu sehenden Gespannplatte in der Mitte auf dem größeren Loch steht. Auf den kleineren Löchern standen je eine Kokille.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Das Ofengefäß ist wie ein Kochtopf mit einem Deckel verschlossen. Der Deckel hat oben mittig drei Öffnungen, durch die die Graphitelektroden in das Ofeninnere eingeführt werden. Hier der gesäuberte Ofendeckel kurz vor der Verladung.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Auch das Ofengefäß selbst und die links zu sehenden Antriebe für die Elektrodentragarme wurden gut gereinigt, das Gestell neu gestrichen und alles auf einen Tieflader gesetzt.
Im Hintergrund die später abgerissenen Gebäude des Eisenforschungsinstitutes.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Ankunft in Brandenburg! Von links nach rechts auf dem Tieflader: Versuchsofen Blick von der Arbeitsbühne aus auf die Ofentür mit Deckel verschlossen, Gestell für die drei Elektrodentragarme, Antriebe für die Tragarme, darunter eine Gespannplatte, daneben Gießtrichter und Kokillen.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Der Versuchsofen beim Abladen am Kranhaken, Blick auf die Antriebsseite der Elektrodentragarme.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Der Ofen schwebt auf seinen zukünftigen Standort im Museum ein. 
Blick diesmal auf die Abstichseite, wo die Abstichrinne noch anmontiert werden muss.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

So präsentiert sich nun unser Elektrolichtbogen-ofen aus dem Eisenforschungsinstitut Hennisgdorf im Museum in Brandenburg, komplett mit Elektroden, Tragarmen und Abstichrinne.

Die Rettung eines Versuchsofens aus dem Eisenforschungsinstitut

Diese Tafel enthält die Beschreibung des Ofens und der Umstände seiner Rettung.